Fatburner oder Fettverbrennung durch Sport?

Von nichts kommt nichts. So formuliert es der Volksmund und meint damit: Ohne entsprechenden Einsatz passiert auch nichts. Insbesondere, wenn es um Gewichtsabnahme geht.

Fatburner und Sport

Wer weiß, wie viele Diäten der Mensch erfunden hat, seit er sich vom Primaten weg entwickelte und Hüftspeck anlegte. In den ersten Jahrhunderten dürfte dies nicht der Fall gewesen sein, aber mit der Sesshaftigkeit begann das Dilemma. Ab da hatte man phasenweise Überfluss und futterte sich satt. Spätestens durch Asterix und Obelix erfuhren wir von den Gelagen der alten Römer. Wir können uns denken, dass so mancher eine voluminöse Figur entwickelte. Da diese aber in vielen Ländern als Statussymbol galt – vor allem bei den Männern! – war das wahrscheinlich kein Problem. Zumindest nicht für die Männer. Das wenigstens ist über die Jahrhunderte gleich geblieben. Es sind auch heute meist Frauen, die die Frage nach der Fettverbrennung stellen. Allerdings hat der zivilisatorische Wohlstand unserer Zeit auch Bierbäuche und Hüftringe auf männlicher Seite gezeitigt. Moderne Männer sind gesundheits- und figurbewusst. Sie lesen Zeitschriften wie „Men’s Health“, um ihrem Ideal entgegenzujoggen. So fragt man sich bei beiden Geschlechtern, ob man seine aus dem Leim gehende Figur mit FdH, einer Hollywooddiät, Fatburnern oder Sport schneller wieder auf die Reihe bekommt.

Wer wünscht sich nicht, ohne Diätwahn und Anstrengung abzunehmen. Alle Substanzen, denen man eine Förderung der Fettverbrennung nachsagt, stoßen auf großes Interesse. Fatburner-Diäten haben Hochkonjunktur. Unser kluger Organismus stellt sogar selbst Fatburner-Substanzen her. Man weiß von Glucagon und dem Wachstumshormon Somatotropin. Auch unsere Lebensmittel enthalten Stoffe, die den Fettpolstern Beine machen könnten. Propagiert wurden bereits Magnesium, Koffein und Guarana, gewisse Enzyme, Linolsäure und die Aminosäure L-Carnitin. Weil das nicht ausreicht, erfand man synthetische Fatburner als Nahrungsergänzung. Die Idee dahinter ist, dass man ein Pülverchen oder eine Kapsel einnimmt und alles wird gut. Ganz so einfach ist es aber nicht. Praktisch jede Diätmaßnahme und jede Einnahme von Fettverbrennungshilfen bedarf der zusätzlichen Bewegung. Ernährungswissenschaftler zweifeln ohnehin an der Wirksamkeit der werbeträchtigen Präparate, die uns angeblich schlanker machen sollen. Doch selbst wenn sie es tun, können sie nur unterstützend wirken. Trotz gegenteiliger Behauptungen und Hoffnungen werden die eingelagerten Fettpolster nicht unabhängig von sportlicher Betätigung mobilisiert. Der Organismus betrachtet sie als seine wichtigsten Energiereserven und klammert sich an sie. Mediziner argumentieren nicht ganz zu unrecht, der Körper könne selbst L-Carnitin herstellen. An der Fettverbrennungsfähigkeit dieser Substanz zweifelt niemand – aber die Zahl der Fett verbrennenden Mitochondrien wird trotzdem nur durch sportliche Betätigung erhöht. Fatburner wie Papaya- oder Ananas-Extrakte kann man nicht in größeren Mengen verzehren, ohne Durchfall zu bekommen. Schilddrüsen- und Wachstumshormone können gefährliche Nebenwirkungen haben, wie alle Hormonpräparate.

Ja, es geht kein Weg daran vorbei, dass die sinnvollste Methode des Abnehmens ist, mehr Kalorien zu verbrennen als man aufnimmt und Sport zu betreiben, um die Verbrennung zu erhöhen. Das beste Argument für den Sport ist die Tatsache, dass Muskeln per se mehr Energie verbrauchen als Fettpolster – und zwar auch im Schlaf. Wandelt man also Fettmasse in Muskelmasse um, verbraucht man automatisch mehr Kalorien. Der beste Fettverbrennungsmotor ist und bleibt der Sport.